Lass mal schnacken

Mammo Mädels, Lasst mal schnacken….

 

Viola und Corinna. Corinna und Viola. Das sind sie, die Mammo Mädels.
Ich freue mich ganz besonders, dass nicht nur Einzelpersonen über ihre Erfahrungen berichten, sondern dass ich auch Netzwerke vorstellen darf, die uns auffangen, wenn wir uns gerade im freien Fall befinden.
Viola (oben im Bild)  und Corinna (unten im Bild) sind so ein Netzwerk. Ihre Arme und Fühler sind nicht nur für uns Erkrankte erreichbar. Sie klären auf, halten Kontakte, informieren. Was ist Brustkrebs? Was ist Vorsorge? Und viel wichtiger: was bedeutet Selbstachtsamkeit?
Spätestens hier wird deutlich, dass die Zielgruppe nicht nur Frauen über 50 ist. Denn Selbstachtsamkeit ist nicht an Altersgrenzen gebunden.
Sie agieren auf liebevolle und präsente Art und Weise auf sozialen Netzwerken, dass kein Zweifel besteht, dass sie lieben, was sie tun.
Diese Leidenschaft ist ansteckend. Kürzlich startete ihre Kampagne #gibachtaufdich, die ich zusammen mit meiner Mutter unterstütze und mich freue,  dass wir ein Teil davon sein dürfen.
Im Namen der Mammo Mädels lade ich euch herzlich ein, euch diese erfolgreiche und schöne Kampagne anzusehen. Das Besondere?
Diese Kampagne tragen reale Menschen mit realen Geschichten vor allem über social media.

Liebe Viola, liebe Corinna- danke für euren Einsatz, euer enges Band und eure Zeit.
Lasst mal schnacken….

Wer seid Ihr eigentlich und wie viele Mammo Mädels gibt es?
Wir sind Corinna und Viola, unterwegs für die Brustkrebsfrüherkennung… wir sind ZWEI und zugleich EINS, engste Kolleginnen und beste Freundinnen.
Manchmal sind wir gefühlt mehr… wie im Brustkrebsmonat, plötzlich gab es so viele Frauen, die sich dafür stark gemacht haben. Wir sind VIELE.

Die Mammo Mädels ist Euer Name, mit dem Ihr auf Instagram unterwegs seid.
Welche Organisation verbirgt sich dahinter?
Wir informieren über die Chancen und Grenzen der Brustkrebsfrüherkennung allgemein, im Besonderen über das Mammographie-Screening-Programm für Frauen von 50 bis 69 Jahren.
Beschäftigt sind wir für die Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die das bundesweite Programm evaluiert, soll heißen, jedes Jahr Untersuchungsdaten von gut 3 Millionen Frauen im Screening auswertet und für die Qualitätssicherung Sorge trägt.

Kampagne, was bedeutet „Gib Acht auf Dich“?
Corinna:  Vielleicht für jede Frau etwas anderes. Höre auf Deinen Körper, höre auf Dich, Deine Gefühle.
Ich selbst habe vor einiger Zeit alle Zeichen ignoriert und bin in einen langen Burn Out gerutscht. Ich muss mich selbst heute noch oft daran erinnern, dass ich nur ein Mensch bin, nicht perfekt bin und nicht nur funktionieren kann.
Ich darf nicht vergessen, dass das Leben kleine, schöne Momente bietet, auch wenn sonst alles ins Dunkel gleitet.
„Gib Acht auf Dich“ bedeutet für mich, eine Auszeit zu nehmen, beispielsweise mit der besten Freundin, mit meinen Kindern gemeinsam zu lachen, offen zu bleiben für das Glück im Unglück.

Viola: „Gib acht auf Dich“ entstand aus uns heraus.
Deshalb ist diese Kampagne für mich etwas sehr Besonderes. Es fing damit an, dass wir uns am Anfang des Jahres das Ziel gesetzt haben, mit mehr Herz und weniger Flamme zu arbeiten.
Weil wir auf uns achten müssen, weil es immer viel zu tun gibt und weil es trotzdem wichtig ist, auf unsere Signale zu hören, die der Körper sendet.
Wir achten auch untereinander auf uns und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist wichtig, in allen Lebensbereichen auf seinen Bauch zu hören, Dinge zu hinterfragen, die einem nicht ganz schlüssig sind, die nicht auf einen passen. Und so ist „Gib acht auf Dich“ für jeden etwas anderes, egal was es auch ist, es sollte jeden Tag präsent sein.

Warum ist Brustkrebsfrüherkennung so wichtig, was gibt es noch?
Das Mammographie-Screening ist bislang die einzige Brustkrebsfrüherkennung, für die der Nutzen wissenschaftlich belegt ist.
Nutzen heißt, Frauen können dadurch vor dem Brustkrebstod bewahrt werden. UND, wenn der Brustkrebs früh erkannt wird (also in einer meist noch nicht tastbaren Größe und ohne in die Lymphknoten gestreut zu haben), sind die Chancen auf eine weniger belastende Therapie deutlich größer.
Weder für den Ultraschall noch für das MRT gibt es derartige Belege.
Für Frauen unter 50 Jahren gibt es leider keine wirklich wirksame Brustkrebsfrüherkennung, da auch die Mammographie in jüngeren Jahren nur sehr begrenzt aussagefähig ist, der Ultraschall wenig effektiv und das MRT teuer und überdimensioniert: Mit einer Ausnahme, wenn Frauen erblich vorbelastet sind und aus so genannten Hochrisikofamilien kommen.
Für sie gibt es ein engmaschiges Früherkennungsprogramm.
Es ist bitter akzeptieren zu müssen, dass es für jüngere Frauen keine sichere, zuverlässige Methode gibt. Und auch für die Ü50-Mädels gibt es selbst bei regelmäßiger Mammographie keine 100-prozentige Sicherheit, wie sonst im Leben auch.
Was bleibt, ist auf sich zu achten ohne ängstlich durchs Leben zu gehen, die Brust selbst abzutasten, Veränderungen wahrzunehmen und einen Arzt des Vertrauens aufzusuchen und gegebenenfalls eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Ihr habt jeden Tag mit Frauen zu tun, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert sind.
Wie schafft Ihr es, bei den vielen Schicksalsschlägen positiv zu bleiben?
Corinna: Oft fühlt es sich an, als wäre ich ein Gefäß, das mit all diesen tragischen Lebensgeschichten gefüllt wird.
Alles wird dann schwer in mir, weil es hilflos macht. Dann muss ich darüber reden, mich tragen lassen.
Und niemand kann das besser als Viola.
Wir sehen auch, wie viel Mut all diese Frauen sich machen, sich Kraft geben. Das gibt auch uns Kraft. Ein Gefühl von „gemeinsam sind wir stärker“.

Viola: Es hat auch viel mit der eigenen Grundeinstellung zu tun.
Ich musste auch schon viel einstecken und ertragen und es ging nicht immer so wundervoll zu in meinem Leben. Aber ich bin ein unerschütterlicher positiver Mensch. Und trotz allem erwischt es einen dann doch auch mal kalt.
Die vielen Geschichten der Frauen, gerade jetzt auch der neu hinzugekommenen auf Instagram, gehen unter die Haut und es ist nicht immer einfach, Abstand zu halten. Es gibt auch mal Tage, da muss man weinen. Aber es stärkt mich ungemein… jede und jede einzelne Kämpferin überträgt ihre Energie auch auf mich.
Und wenn es mal ein Tal gibt, dann reicht mir Corinna die Hand und es geht wieder aufwärts. Das ist ein Geschenk.

Tipps für Angehörige?
Corinna: Ich kann es nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, wenn es sich um die chronische Erkrankung Depressionen handelt.
Mein Sohn leidet darunter, unsere ganze Familie mit ihm.
Wir können nichts an der Erkrankung ändern, wir müssen damit leben, es annehmen, dass es gute und schlechte Tage gibt.
Da sein, zuhören, auffangen!
Und vor allem sich selbst Hilfe zu suchen, bei Freunden, in der Familie, professionelle Unterstützung.
Sich nicht einigeln und mit dem Schicksal hadern. Aufstehen, immer wieder, und weitergehen.
Und auf sich selbst Acht zu geben. Denn nur wenn wir selbst stark genug sind, gelingt es uns, den anderen durch schwere Zeiten zu tragen.

Viola: Ich kann nur raten, was ich selber auch tun würde. Ich wäre da, ich würde stützen.
Aus Ratlosigkeit würde ich Fragen formulieren, was demjenigen, der gerade diese schwere Hürde nehmen muss, helfen würde.
Ich kann nicht verstehen, dass eine Krankheit oder eine andere schwere Last ein Grund sein kann, sich von jemandem abzuwenden, der jede Unterstützung braucht. Liebe und Zuwendung, das wünsche ich mir für die betroffenen Frauen.

Für den Job brennen – was ist Euer Geheimnis?
Corinna: Viele von uns wünschen sich sicher, einen Job zu machen, der Sinn gibt.
Das ist es für mich, seit diesem Brustkrebsmonat noch viel mehr. Die Frauen haben „Gib Acht auf Dich“ mit Leben erfüllt, mit ihrem Leben, jede einzelne.
Was für eine Frauenpower, was für ein Netzwerk, was für ein Austausch.

Viola: Lieben lernen, was man tut.
Seit dem letzten Brustkrebsmonat verfolge ich unsere Community aufmerksam.
Und die Geschichten berühren mich jeden Tag. Ich mag meine Arbeit sehr und ich finde unter anderem Anerkennung durch das Feedback der Frauen.
Zu wissen, dass wir noch mehr informieren sollten, den Frauen die Möglichkeit zu bieten, gut informiert zu entscheiden. Das treibt mich an.

Was bedeutet Dankbarkeit für Euch?
Corinna: Dankbarkeit bedeutet für mich vor allem Demut.
Dankbar sein für jeden guten Moment, weil er uns GESCHENKT wird.
Dankbar zu sein, diesen Moment überhaupt erkennen und dann auch genießen zu können.
Eigentlich etwas sehr Einfaches und doch manchmal so schwer.

Viola: Ich erde mich sehr oft und lasse wirken, was mir wichtig ist.
Dankbarkeit gehört für mich dazu.
Ich bin für viele Dinge dankbar: meine Familie, meine Freunde, die schönen Momente, die ich erleben darf.
Auch für die weniger guten Erfahrungen bin ich dankbar, weil Sie mich gestärkt haben und mir gezeigt haben, dass es immer wieder weiter geht und besser noch, wenn man positiv gestimmt ist. Das prägt und gibt Halt.

Warum Kampagne auf Instagram?
Corinna: „Gib Acht auf Dich“ hat auch viele Frauen auf Facebook angesprochen.
Viele haben uns angeschrieben, nachdem sie die ersten Botschaften und Fotos gesehen haben.
Frauen, die sagten, ich trage das Shirt mit Stolz im Sportverein, in der Selbsthilfegruppe, bei der Reha oder wenn ich mein Kind in den Kindergarten bringe.
Frauen haben uns geschrieben haben, schade, dass Ihr kein Shirt mehr habt, aber sendet mir die Materialien, ich will darüber informieren und aufklären, wie wichtig die Früherkennung ist.
Die Aktion hat längst die Grenzen von Instagram und Facebook durchbrochen…

Viola: Über Instagram und Facebook erreichen wir sehr viele Frauen. Wir können täglich informieren und aufklären und dies im direkten Austausch mit der Community. Wir bekommen sofort Feedback und können daraus sehr viel für unsere Arbeit ziehen.
Wir kommunizieren ja hauptberuflich. Wir verteilen auch Flyer und haben sehr viele Informationen auf unserem Frauenportal.
Aber nur auf den Social-Media-Kanälen haben wir die direkte Verbindung zu den Frauen. Das ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit geworden und somit unser Herzensprojekt.

Wenn ich ins Büro gehe, mach ich als erstes….
Corinna: Ich warte nicht, bis ich im Büro bin. Das Handy ist allgegenwärtig, gleich nach dem Aufstehen… der Blick ins Facebook… im Büro den Rechner an und mit Viola einen Kaffee trinken und update zu den wichtigsten Aufgaben für den Tag.

Viola: Mein Tag beginnt nach dem Aufstehen als erstes mit dem Blick auf das Handy.
Ist auf Insta alles ruhig, was ist Neues passiert oder muss reagiert werden? Wenn ich ins Büro gehe, wird als erstes der Rechner angemacht und Kaffee aufgesetzt, dann gibt es das wichtige update mit Corinna.
Nur, wenn diese Reihenfolge stimmt, bin ich bereit für den Tag, auch an einem Montag.

 

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