Monatsrückblicke

2018 Januar Rückschläge

Als ich zusammen mit der Diagnose anfing, dass Internet leer zu lesen, traf ich nach intensiver Suche immer mehr Frauen, denen es so ging wie mir selbst.
Eine davon war Kim (www.kimspiriert.de). Ich verschlang ihren Blog, ihre Youtube-Videos und ihren Instagram Account. Je länger ich las, desto mehr half es mir, mich selbst wieder aufzurichten und mich trotz meiner Krankheit nicht ununterbrochen mit eben dieser zu beschäftigen.

Kims Ausgangslage war schwieriger als meine und trotzdem war sie so positiv den schönen Dingen zugewendet, dass es mir eine Freude war, wie sie über das Leben berichtete.
Am Tag meiner nächsten Chemotherapie erfuhr ich, dass Kim es nicht geschafft hatte. Sie war im Kreise ihrer Lieben an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben.
Das hat mich schlimm getroffen, aber sie hat etwas mit mir gemacht.
Es gab nun keine Stories mehr mit ihr, aber sie gab mir Kraft jetzt meine eigene Geschichte zu erzählen und mich aufzurichten.
Dafür bin ich ihr sehr dankbar und es macht mich sehr traurig, ihr das nicht mehr persönlich sagen zu können.

Meine Chemotherapie war dieses Mal etwas schwieriger wegzustecken. Meine Schleimhäute litten sehr und mir war ziemlich, ziemlich schlecht. Ich konnte nachts nicht in den Schlaf finden und tagsüber lag ich im abgedunkelten Schlafzimmer und hoffte auf Linderung. Ich fühlte mich auch emotional ausgelaugt. Ich hatte das Gefühl eine schlechte Mutter zu sein, und obwohl ich die Erholung brauchte, tat mir mein Kind noch mehr leid, als ich mir selbst. Ich hatte Herzstolpern und war so dünnhäutig, dass ich dachte, morgens nicht mehr aufzuwachen.
Ich freute mich, dass dieser Zustand immer nach etwa einer Woche vorbei war, aber das sieht man natürlich erst, wenn man es überstanden hat.
Nein, eine Chemotherapie ist kein Zuckerschlecken. Sie soll es auch nicht sein. Sie ist eine Chance.

Deshalb freute ich mich auch auf den Arzttermin in der kommenden Woche. Mittels Ultraschall sollte ermittelt werden, wie gut die Chemotherapie angeschlagen hat.
Das sieht man daran, das der Tumor schrumpft.
Bei allen Frauen fieberte ich mit und freute mich riesig! Die Strapazen lohnen sich- der Krebs ist auf dem Rückzug! Solch eine Motivation ist ungemein wichtig auf dem Weg der Genesung.

Der Termin kam. Ich starrte die Ärztin schon mit großen Augen an und am Liebsten hätte ich eine Konfettikanone mitgenommen.
Aber meine Vorfreude wurde mir schlagartig genommen: „Die Chemotherapie wirkt nicht wie wir erwartet haben. Der Tumor ist gewachsen“

Das war für mich wirklich das schlimmste, was mir passieren konnte. Ich war verzweifelt und ich bekam wieder sehr große Angst. Die Ärztin beruhigte mich: „Deshalb lässt man den Tumor bei der Chemotherapie drin, damit man genau das feststellen kann. Wir haben noch weitere Pläne, wie wir Sie gesund bekommen, aber zunächst werden Sie operiert“.

Und so geschah es auch. Ich wurde am 25.01.2018 operiert und mein Tumor wurde entfernt. Er war nicht nur gewachsen- er hatte sich verdoppelt.

Wieder dachte ich viel an Kim, die sich trotz Krebs nie die Lebenslust hat nehmen lassen.
Kim war nicht mehr bei uns, aber das Licht am Ende des Tunnels hat sie für mich angelassen.

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