Monatsrückblicke

2019 März Nachsorgeuntersuchungen

Durch meinen ungewöhnlichen und sehr aggressiven Krankheitsverlauf bin ich in einem individuellen Nachsorgeprogramm.
Momentan haben wir uns auf eine Quartalskontrolle mittels CT festgelegt.
Ich mache mir keine Illusionen und auch Schönrederei hilft nicht:
Ich habe keine Brüste und kein Brustdrüsengewebe mehr. Mit meinem Rezidiv wurde alles, wirklich alles samt Haut und allem, was noch da war entfernt.
Sollte der Krebs noch in meinem Körper wüten, dann wird er es in Form von Metastasen tun. Punkt.
Um eventuelle Metastasen schnellstmöglich aufzuspüren, muss ich also alle drei Monate ins CT.

Als ich frisch mit der Diagnose konfrontiert wurde, wäre ich am Liebsten jeden Tag in ein CT oder MRT gesprungen- Quatsch- Ich hätte am Liebsten in einem solchen Gerät geschlafen, so große Angst hatte ich.
(es wäre allerdings wegen der Strahlenbelastung keine allzu gute Idee gewesen)
Das ist heute anders: Heute gehe ich ins CT, weil ich muss, nicht, weil ich will.

Schon eine Woche vor dem CT werde ich nervös.
Meine Narben vom Krebs sind noch zu frisch. Alles ist noch nicht lange genug her.
Ich schaffe es gerade,  mir Schritt für Schritt mein Leben zurückzuholen und genieße die Wochen zwischen meinen Besuchen in der Klinik. Normales Leben- das war lange mein Ziel und ich habe es erreicht.
Ich sehe dieses Leben durch ein CT immer bedroht- als könnte das Gerät es mir nehmen.

So ein CT ansich ist keine aufregende Sache: Man legt sich auf die Liege, bekommt eine Infusion
(die führt dazu, dass sich eine Wärme im Körper verbreitet. Besonders im Schritt. Man denkt, man hat eingepullert…) steht auf, und geht.
Viel aufregender ist das Ergebnis dieser Untersuchung.

Dieses schöne, und zurück erkämpfte Leben könnte nach so einem CT eben auch schnell wieder vorbei sein.
Es ist schlimm das vor Augen zu haben, aber es ist eben genau so.

Dieses Schwert, mit dem man gekämpft hat, kann man nicht einfach beiseite legen.
Ich habe es noch in der Hand, auch wenn der Krebskrieg eigentlich schon vorbei ist.
Immer noch liegt das Schwert schwer in meiner Hand.
Wie schwer es ist, merke ich ganz besonders deutlich vor den Nachsorgeuntersuchungen.

Ja, das Leben nach dem Krebs ist kein „ich-bin-wieder-gesund-und-alles-ist-toll-Ding“, ich schmeiße nicht jeden Tag Konfetti in die Luft und bade in Prosecco.
Der Krebs möchte jetzt irgendwie in dieses neue Kapitel integriert werden, ohne dass ich ihm erlaube, die erste Geige zu spielen.
Ich glaube, dass es mir irgendwann gelingen kann.
Bis dahin hoffe ich, dass alle CT´s die ich noch machen muss, ohne Befund sein werden.

Und noch mehr hoffe ich, dass diese Nachsorgetermine irgendwann wieder Vorsorgetermine werden.

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